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Die Aufnahme durch die Haut richtet sich nach der Lipidlцslichkeit des Stoffs. Erhцhte Temperatur und Feuchtigkeit der Haut erhцhen die Resorp­ tionsgeschwindigkeit. Die Ausscheidung erfolgt bei manchen Stoffen zu einem gewissen Anteil unverдndert durch die Lunge, vorwiegend jedoch durch die Nieren, teils unverдndert, teils in Form oxidativer und reduktiver Umwandlungsprodukte, ьberwiegend an Schwefel- oder Glukuronsдure gebunden. Die aromati­ schen Nitro- und Aminoverbindungen zeigen zum Teil die gleichen patho­ logischen Wirkungen an bestimmten Organsystemen, in mancher Hinsicht unterscheiden sie sich aber deutlich in ihrer Wirkungsweise.

Diese Stoffe sind unterschiedlich starke Methдmoglobinbildner. Im inter­ mediдren Stoffwechsel werden die aromatischen Nitro- und Aminoverbin­ dungen zu den entsprechenden Nitroso- und Hydroxylaminverbindungen umgesetzt, die die eigentliche Giftwirkung auf die Erythrozyten (Methд­ moglobin-, Verdoglobin- und Heinz-Innenkцrper-Bildung) bedingen. Bei Exposition gegen diese Verbindungen entsteht unter Eingriff in das Fer­ mentsystem der Erythrozyten Methдmoglobin (Hдmoglobin) unter Oxida­ tion des 2-wertigen zu 3-wertigem Eisen, d. h.

in einer gekoppelten Reak­ tion werden zugleich die Hydroxylaminverbindungen mit Sauerstoff zu den entsprechenden Nitrosoverbindungen und Hдmoglobin zu Methдmoglobin oxidiert. Da durch das Ferment Methдmoglobinreduktase die Nitrosoverbin­ dungen wieder zu Hydroxylaminverbindungen reduziert werden, kann sich der Vorgang der Methдmoglobinbildung ohne weitere Exposition gegen die Noxe wiederholen. Methдmoglobin bindet Sauerstoff sehr fest und bewirkt Sauerstoffmangel im Organismus. Die Methдmoglobinbildung ist reversi­ bel.

Bei Exposition gegen grцЯere Mengen aromatischer Nitro- und Amino­ verbindungen oder bei chronischer Exposition kann das Ндm des Ндmо­ globins durch oxidative Spaltung des Porphyrinrings geschдdigt werden, wobei sich Verdoglobin bildet. Zugleich fьhren denaturierende Prozesse zu umschriebenen Schдdigungen des Globins, die als sogenannte Heinz- Innenkцrper fдrberisch dargestellt werden kцnnen. Die aromatischen Nitro- und Aminoverbindungen kцnnen je nach Schwere der Intoxikation eine Depression des Zentralnervensystems mit Krankheits­ bildern wie Rausch („Anilinpips“), Erregungszustдnde, Narkose bis zum toxi­ schen Koma verursachen.

Nach Einwirken von Dinitro-o-kresol wird Hyper­ thermie beobachtet. Als Folge akuter und chronischer Exposition wurden seltene Fдlle von neurologischen und psychischen Stцrungen beschrieben. 59 59 DGUV Empfehlungen zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge