Garmin — DGUV Empfehlungen für arbeitsmedizinische Beratungen und … Garmin (EN)

6.1 Vorkommen, Gefahrenquellen Aromatische Nitro- und Aminoverbindungen sind wichtige Substanzklas­ sen in der organischen Chemie. Sie wurden und werden in zahlreichen Produkten eingesetzt oder dienen/dienten als Zwischenprodukte bei der Synthese. Aufgrund der toxikologischen Eigenschaften gibt es zahlreiche Beschrдnkungen oder Verbote von aromatischen Nitro- und Aminoverbin­ dungen. Aromatische Nitro- und Aminoverbindungen werden bzw. wurden u. a. genutzt, als: Farbmittel (z. B. Azo-Farbmittel, Anilinfarben, Teerfarben, Indigo) Arzneimittel Explosivstoffe Reaktionsbeschleuniger (z. B. bei der Herstellung von Gummi) Schдdlingsbekдmpfungsmittel Unkrautvernichtungsmittel Duftstoff (z. B.

Xylol-Moschus, Toluol-Moschus) Aromatische Nitro- und Aminoverbindungen kommen bzw. kamen zum Ein­ satz u. a. in der Bauindustrie, in der Lederindustrie, in der ­Gummiindustrie, in der Metallindustrie, in der Druckindustrie, im Friseurhandwerk, im Schreiner- und Tischlerhandwerk oder in der Textil- und Bekleidungsferti­ gung. Insbesondere bei den folgenden Arbeitsverfahren oder Tдtigkeiten ist mit einer Exposition gegenьber aromatischen Nitro- und Aminoverbindungen zu rechnen:

6.1.1 Arbeitsverfahren/Tдtigkeiten mit hцherer Exposition Herstellen und Verarbeiten von Farbmitteln (lцsliche Farbstoffe und un­ lцsliche Pigmente), Explosivstoffen, Schдdlingsbekдmpfungs- und Un­ krautvernichtungsmitteln aus aromatischen Nitroverbindungen sowie Verwenden der Fertigprodukte, wenn diese noch freie aromatische Nitro­ verbindungen enthalten Herstellen und Verarbeiten von Azo-Farbmitteln (historisch) und anderen synthetischen Farbmitteln (Leder-, Papier- und Pelzindustrie, Haarfдrbe­ mittel), Insektiziden, Arzneimitteln, Entwicklern in der Fotoindustrie aus aromatischen Aminen sowie Verwenden der Fertigprodukte, wenn diese noch freie aromatische Amine enthalten 57 57 DGUV Empfehlungen zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge