HiPhi — HiPhi Spritzbeton Handbuch (DE)

1 EINFЬHRUNG 1 Die Anfдnge der Spritzbetontechnologie und ihre Entwicklung gehen auf das frьhe 20. Jahrhundert zurьck. Carl Ethan Akeley, ein amerikanischer Tierprдparator am Field Museum of Natural History in Chicago, der einen Apparat zur Herstellung kьnstlicher Landschaften durch Sprьhgips konstruiert hatte, entwickelte dieses Gerдt ab etwa 1907 zu einem funktionalen Zweikammer- Fцrdersystem fьr das Auftragen zementцser Materialien weiter. Im Jahr 1911 erhielt Akeley ein Patent fьr diese so genannte "Cement Gun", was die “Geburtsstunde” der Spritzbetontech- nologie darstellt.

Seitdem wurde Spritzbeton, vor allem in den letzten Jahrzehnten, kontinuierlich weiterentwickelt und zu einer leistungsfдhigen Bautechnologie ausgebaut, die vor allem den Tiefbau grundlegend verдndert hat. Carl Ethan Akeley (1) Im Laufe des letzten Jahrhunderts hat Spritzbeton die herkцmmlichen Methoden der Aus- kleidung von Tunnelprofilen ersetzt und ist zu einem zentralen Element der Stabilisierung des ausgebrochenen Tunnelabschnitts geworden. Moderner Tunnelbau ohne Spritzbeton ist nicht mehr denkbar. Der Begriff Spritzbeton hat mehrere Bedeutungen, die sich auf verschiedene Aspekte einer umfassenden Technologie im Untertagebau beziehen, wie:

den Baustoff Spritzbeton Betonrezeptur fьr Nass- oder Trockenspritzbeton das Einbauverfahren Spritzbeton Dьnnstrom- und Dichtstromverfahren die Bautechnik Spritzbeton z.B. Neue Цsterreichische Tunnelbaumethode (NATM) Diese drei Aspekte definieren eine komplette Technologie, die auf eine lange Tradition zurьckblicken kann, aber auch ein enormes Innovationspotenzial und eine grosse Zukunft hat, da die weltweite Nachfrage nach Tunneln und allen Arten des unterirdischen Bauens stдndig steigt. Das Material Spritzbeton besteht aus einer Betonrezeptur, die durch die Anforderungen der Anwendung und weitere spezifizierte Anforderungen bestimmt wird.

In der Regel bedeutet dies eine Verringerung der maximalen Korngrцsse, z.B. im Vergleich zu normalem Ortbeton, eine Erhцhung des Bindemittelgehalts und die Verwendung spezi- eller Spritzbetonzusatzmittel zur Steuerung der benцtigten Eigenschaften des Materials. Spritzbeton kann auf zwei verschiedene Arten geliefert und aufgetragen werden, entwe- der durch ein sogenanntes Dьnnstromverfahren oder durch ein Dichtstromverfahren. Beim Dьnnstromverfahren (Abbildung 1.1) wird das Grundmischgut pneumatisch gefцr- dert, d.h. mit Druckluft durch die Fцrderleitungen geblasen. (1) Library of Congress, Prints & Photographs Division, Washington, D.C., LC-DIG-ggbain-37036 7