Gesteinskцrnungen (fein und grob): - machen den grцssten Teil der Betonmischung aus - haben einen erheblichen Einfluss auf die Verarbeitbarkeit und Pumpfдhigkeit - beeinflussen die mechanischen Eigenschaften (Zug- und Druckfestigkeit) - beeinflussen die Homogenitдt der Spritzbetonmischung - haben einen starken Einfluss auf den Wasserbedarf der Grundmischung Dementsprechend sollte bei der Rezeptur von Spritzbeton in Bezug auf Gesteins- kцrnungen das Folgende sorgfдltig berьcksichtigt werden: - Form (rund oder gebrochen): Dies beeinflusst die Fliessfдhigkeit/Pumpbarkeit des Gemisches, die Leim- anforderungen und die mechanischen Eigenschaften des Spritzbetons. - Siebkurve:
Dies beeinflusst sowohl die Pumpbarkeit als auch die Festigkeitseigenschaften des Spritzbetons. - Mineralogie und Verunreinigungen (z.B. Tonminerale, Glimmer): Dies kann aufgrund von Adsorptionseffekten einen hohen Wasserbedarf und eine verminderte Verarbeitbarkeit, eine geringere Wirksamkeit von Zusatzmitteln und eine niedrige Enddruckfestigkeit verursachen. Eine wichtige Besonderheit der Spritzbetonrezeptur im Vergleich zu Konstruktionsbeton ist die maximale Korngrцsse der Gesteinskцrnung, die bei Spritzbeton in der Regel auf 8 mm begrenzt ist. Der Grund fьr diese Einschrдnkung liegt in der Spritzapplikation:
an der Dьse wird das Material auf eine Geschwindigkeit von etwa 30 m/s beschleunigt. Die kinetische Energie von Teilchen ist proportional zu ihrem Radius hoch drei. Aufgrund ihrer hцheren kinetischen Energie steigt der Anteil der abprallenden Kцrner mit zunehmendem Durch- messer exponentiell an, was zu einem hцheren Rьckprall und unnцtigen Kosten (zusдtz- liche Materialien, Zeit und Aufwand) fьhrt. Die Korngrцsse von Spritzbeton, begrenzt auf ca. 8 mm (in einigen Regionen bis zu 13 mm), ist der anerkannte beste Kompromiss einer optimalen raumfьllenden Gesteinskцrnung mit minimalem Leimpastenvolumen und einer minimalen Rьckprallmenge (siehe Kapitel 5.1.1, Rezeptur eines Nassspritzbetons). 30